Reaktionen
auf den offenen Brief an alle Nationalratsabgeordneten und Mitglieder des
Bundesrates:
Frau
Nationalratspräsidentin Prammer bedankte sich für die Unterstützung
und versicherte, dass sie sich „weiterhin
für die Evaluierung des Fremdenrechts, für Änderungen/ Verbesserungen im
Vollzug, für gegebenenfalls notwendige gesetzliche Änderungen sowie für den
besseren Schutz der Kinderrechte einsetzen werde.“
Seitens
der Grünen gab es
mehrere Danksagungen – schriftlich von Eva Glawischnig,
Alexander Van der Bellen, mündlich von Alev Korun, Tanja Windbüchler-Souschill
und Bundesrat Efgani Denmöz,
der auch Bezug auf seine persönliche Erfahrung in der Flüchtlingsbetreuung
nahm.
Auszug aus
dem Brief der Klubobfrau: „Wie Sie sicher wissen, sind wir in
diesen Punkten (Kinderrechte und ein faires Bleiberecht) ganz Ihrer Meinung:
Erst eine umfassende Verankerung der Bestimmungen der Kinderrechtskonvention in
unserer Verfassung wird Kindern und Jugendlichen auch in Fremdenrechtsverfahren
den gebührenden Schutz zukommen lassen. Bisher schlug die Regierung ja
lediglich eine Minimalvariante der Umsetzung, diese auch noch mit
Gesetzesvorbehalt, vor. Wir Grünen setzen uns für eine vollständige Umsetzung
der Kinderrechtskonvention ein und werden auch weiterhin für ein menschenwürdiges
Bleiberecht, das mit fairen und klaren Kriterien tausend Familien in Österreich
endlich Rechtssicherheit gibt, kämpfen.“
Frau
Abg. Ablinger / SPÖ bedankte sich ebenfalls und berichtete über ihre
Bemühungen für ein geordnetes Bleiberecht.
Auszug aus
ihrem Brief: „Was die aktuellen Ereignisse in Hinblick auf Kinder in Schubhaft
betrifft, so haben mich die Berichte der letzten Wochen ebenso
erschüttert und erzürnt. Ich habe damals bei Beschlussfassung des so genannten
Bleiberechts immer wieder - auch in meinem Klub - darauf hingewiesen, dass
diese so beschlossene Regelung keine Lösung ist bzw. immer wieder
Härtefälle produziert. Ich stimme Ihnen zu, dass es genau deswegen einer
Reform des geltendes Gesetzes bedarf.“…..
„Ich
verhehle aber nicht, dass ich in meiner Fraktion mit diesem Anliegen noch
in der Minderheit bin, was meiner Überzeugung keinen Abbruch tut. Wie
erfolgreich ich (und manche meiner Kolleginnen) aber bin, kann ich zur Zeit allerdings nicht beurteilen, dabei habe ich noch
gar nicht die Haltung unseres Koalitionspartners zu dieser Frage
angesprochen.
Für die
Reform des Bleiberechts werden wir also noch viel, aber dringend notwendige
Überzeugungsarbeit leisten müssen, bis eine entsprechende parlamentarische
Mehrheit hergestellt werden kann.“
Klubobmann
Kopf /ÖVP bzw. Dr. Epp führte in seinem Antwortschreiben
an, dass bereits innenministerielle Maßnahmen getroffen wurden, „um einerseits
eine korrekte Rechtsanwendung sicherzustellen und andererseits auch alle
Möglichkeiten eines humanitären Aufenthaltes auszuloten. Hinzuzufügen ist, dass
es sich bei den Problemfällen in der Regel um lange anhängige Verfahren
handelt, auf Grund derer es zu einem längeren - mitunter auch legalem
Aufenthalt der betroffenen Personen in Österreich gekommen ist. Auf Grund der
geänderten Gesetzeslage kann es zu solchen Verfahrensverzögerungen nicht mehr
kommen.
Bei all
diesen Überprüfungen konnte festgestellt werden, dass die Gesetze der Behörde
ausreichend Spielraum geben.“
(Im
Hinblick auf die realen politischen Einflüsse auf die hier zitierten
„Spielräume“ in der aktuellen Asyl- und Fremdenrechtspraxis ist diese
Sichtweise erstaunlich. Auch die zwischenzeitlich – lediglich medial
berichteten – weiteren Vorfälle lassen an der Effektivität der bisherigen Maßnahmen
zweifeln…, die diesbezügliche Entgegnung blieb unbeantwortet.)
Keine
Reaktionen erfolgten von BZÖ u. FPÖ